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Musik, die dich kaufen lässt

30 Sekunden Werbung kosten im Fernsehen manchmal mehr als ein Auto. Trotzdem steckt fast in jedem Spot Musik – weil sie wirkt: Sie holt deine Aufmerksamkeit, macht Stimmung, und ein guter Jingle bleibt jahrelang im Kopf. In diesem Modul findest du heraus, wie das gemacht wird – und baust am Ende deinen eigenen Spot.

Zuerst: dein Code

Leg dir einen Code an, zum Beispiel mia-9b. Dann werden deine Antworten und dein Werbespot gespeichert.

🎧 Kopfhörer auf. Alle Musik in diesem Modul ist selbst gemacht – das iPad spielt sie in dem Moment, in dem du auf einen Knopf tippst. Echte Werbespots dürfen wir nicht einfach einbauen; warum das so ist, steht in Kapitel 4.
Bezug zum Lehrplan

Kernlehrplan Musik, Sekundarstufe I (Gymnasium NRW)
Inhaltsfeld 3: Verwendungen
Inhaltlicher Schwerpunkt: Musik im funktionalen Kontext: Musik in der Werbung
Kompetenzerwartungen bis zum Ende der Sekundarstufe I

Rezeption – Die Schülerinnen und Schüler

  • beschreiben differenziert Gestaltungsmerkmale und Wirkungen von Musik in der Werbung,
  • analysieren und interpretieren musikalische Gestaltungselemente in der Werbung im Hinblick auf ihre Wirkungen.

Produktion – Die Schülerinnen und Schüler

  • entwerfen und realisieren adressatengerecht Musik für eine Werbeproduktion mit digitalen Werkzeugen.

Reflexion – Die Schülerinnen und Schüler

  • erläutern und beurteilen Zusammenhänge zwischen musikalischen Gestaltungsmitteln und ihren Wirkungen im Rahmen von Werbung,
  • erläutern und beurteilen den funktionalen Einsatz von Musik in der Werbung im Hinblick auf Absichten und Strategien.

Wortlaut der Kompetenzerwartungen: Ministerium für Schule und Bildung NRW (Hrsg.): Kernlehrplan für die Sekundarstufe I – Gymnasium in Nordrhein-Westfalen. Musik. Heft 3406, Düsseldorf 2019. Der Lehrplan vergibt keine Kennungen für einzelne Kompetenzerwartungen; zitiert wird deshalb nach Kompetenzbereich und Inhaltsfeld.

Lehrermodus

Alle Lösungen lassen sich einblenden. Die Codes zeigen, wer wie weit ist; die Werbetexte und Begründungen lassen sich lesen und drucken.

Echte Werbespots (ohne YouTube)

Echte Spots liegen nicht im Modul – sie sind urheberrechtlich geschützt. Legen Sie eine Datei mit einem der folgenden Namen in werbung/medien/ auf dem Server ab, erscheint sie im Unterricht als eigener Abspieler (erlaubt sind .mp4, .m4v, .webm, .mp3, .m4a). Sonst bleibt die Stelle im Modul einfach ein Arbeitsauftrag „gemeinsam im Unterricht ansehen“.

1

Was Musik in der Werbung macht

etwa 25 Minuten

Die vier Aufgaben der Werbemusik

  • Aufmerksamkeit: Der erste Ton holt dich zurück zum Bildschirm.
  • Stimmung: Die Musik sagt, wie du das Produkt finden sollst – lustig, cool, gemütlich, wichtig.
  • Erinnerung: Eine Melodie merkt man sich besser als einen Satz. Ein Ohrwurm arbeitet für die Firma weiter.
  • Zielgruppe: Die Musik sagt: „Das ist für dich gemacht.“

AIDA – so ist ein Spot gebaut

Werbeleute denken in vier Schritten:

  • Attention – Aufmerksamkeit wecken
  • Interest – Interesse halten
  • Desire – Wunsch wecken („will ich haben“)
  • Action – handeln: kaufen, klicken, hingehen

Die Musik hilft bei allen vier Schritten mit.

Versuch: dasselbe Produkt, drei Musiken

Wähle ein Produkt und hör dir dieselbe Szene mit verschiedener Musik an. Achte darauf, wen die Musik anspricht und was sie über das Produkt behauptet.

2

Der Jingle

etwa 30 Minuten

Ein Jingle ist ein kurzes Musikstück mit dem Namen des Produkts – oft nur vier Takte. Ein Sound-Logo ist noch kürzer: zwei bis drei Töne, die eine Firma wie eine Unterschrift benutzt.

Warum bleibt ein Jingle hängen?

  • Kurz: wenige Töne, die man sofort behält.
  • Einfach: meist Töne eines Dreiklangs oder einer Tonleiter.
  • Wiederholung: ein Motiv kommt zwei- bis dreimal, oft leicht verändert (höher, tiefer, länger).
  • Schluss nach oben oder unten: Der letzte Ton fühlt sich „fertig“ an – oder macht neugierig.

Jingle-Labor

Vier selbst gemachte Jingles. Hör sie an – unten siehst du den Melodieverlauf mitlaufen.

Tipp auf einen Jingle.

Jingle-Detektiv

Hör genau hin: Wie bewegt sich die Melodie? Acht Runden – für den Haken brauchst du 6 richtige.

3

Bild, Sprache, Musik

etwa 25 Minuten

Im Spot arbeiten drei Ebenen zusammen: das Bild, die Sprache (Sprecher, Slogan) und die Musik. Nimm eine davon weg – und die Werbung sagt etwas anderes.

Wenn der Sprecher redet, verschwindet die Musik meist nicht, sondern wird nur leiser und läuft unter dem Text weiter. Dafür gibt es ein Fachwort: Underscoring. Man hört sie kaum bewusst – und spürt sie trotzdem.

Der Schalter-Versuch

Derselbe Spot, drei Schalter. Was fehlt, wenn du etwas ausschaltest?

Zielgruppen-Labor

Ein Produkt, drei Zielgruppen. Hör den Unterschied – und achte darauf, was sich in der Musik ändert: Tempo, Instrument, Rhythmus.

4

Recht und Tricks

etwa 25 Minuten

Wem gehört die Musik?

Wer Musik schreibt, hat daran ein Urheberrecht. Wird die Musik in einer Werbung benutzt, muss die Firma dafür bezahlen – und zwar erst recht, weil damit Geld verdient wird.

  • Die GEMA sammelt in Deutschland dieses Geld ein und gibt es an die Urheberinnen und Urheber weiter.
  • Für bekannte Popsongs zahlen Firmen viel Geld – deshalb lassen viele lieber eigene Musik schreiben.
  • Musik, die extra für die Werbung gemacht wird, heißt Auftragsmusik.
  • Genau deshalb steckt in diesem Modul nur selbst gemachte Musik.

Die Tricks der Werbemusik

  • Ohrwurm: kurze, einfache Melodie, viele Wiederholungen.
  • Sound-Logo: zwei bis drei Töne am Schluss – die Unterschrift der Firma.
  • Gute-Laune-Garantie: Dur, schnelles Tempo, helle Klangfarben.
  • Bekanntes Lied: Du magst den Song – und überträgst das Gefühl auf das Produkt.
  • Tempo-Trick: schnelle Musik im Laden lässt Menschen schneller gehen, langsame länger bleiben.

Ertappt? Nach dem dritten Mal singt man mit. Genau das ist der Plan.

Echte Spots ansehen

Echte Werbespots gehören ihren Firmen und dürfen hier nicht eingebaut werden. Deine Lehrkraft kann sie im Unterricht zeigen – dazu gibt es unten eine Liste mit Beispielen. Achte beim Ansehen auf: Sound-Logo, Jingle, Tempo, Instrumente, Zielgruppe.

5

Dein Werbespot

etwa 45 Minuten

Jetzt bist du die Werbeagentur. Wähle ein Produkt, eine Zielgruppe und die passende Musik, schreib einen Slogan – und hör dir deinen Spot an. Am Ende speicherst du die Musik als MP3 und druckst dein Storyboard.

1 · Produkt

2 · Zielgruppe und Stimmung

3 · Jingle

4 · Slogan

Dein Spot

Die MP3 enthält deine Musik. Den Slogan spricht das iPad live dazu – sprich ihn beim Vorspielen einfach selbst, das klingt sowieso besser.